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Im Sommer 2020 waren wir mal wieder auf Exkursion. Diesmal im Freilichtmuseum Groß Raden - einem altem Tempelort, der vor mehr als tausend Jahren noch bewohnt war. An solch einem Originlschauplatz übernachten zu dürfen, ist nicht jedem normalen Sterblichen vergönnt. Umso größer die Freude, das die Museumsleiterin Frau Pilz uns dieses Vertrauen schenkte und wir dem Ort auch etwas zurückgeben konnten. Eine bereits vorgeflochtene Hütte haben wir mit Lehm verputzt, den wir auch selber aufbereitet haben - mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln...

Am Ende waren es für alle Beteiligten wunderschöne Tage mit vielen neuen Erfahrungen...

Kurzfilm Lehmbau Camp 2020

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Feldbegehung mit Reinhard Dudlitz in Kressin April 2018
Übergabe der 'Sammlung Dudlitz' durch Elke Dudlitz im Juni 2020

Mit großer Bestürzung und völlig unerwartet erreichte uns, die Jungen Archäologen aus Plau die Nachricht vom Tod des ehrenamtlichen Bodendenkmalpflegers und ehemaligen Mitarbeiters der Unteren Denkmalschutzbehörde im Landkreis Parchim, Reinhard Dudlitz. Seit Gründung der AG ‚Junge Archäologen‘ im Jahr 2016 war uns Reinhard ein treuer und kompetenter Begleiter, der durch sein umfangreiches Fachwissen unsere Feldbegehungen und Exkursionen im Plauer Umland begleitete. Mit ihm verlieren wir eine wichtige Stütze der AG und sind sehr dankbar, dass uns seine Witwe, Frau Elke Dudlitz, Bücher und Arbeitsgeräte aus seinem Nachlaß zur Nutzung in der AG ‚Junge Archäologen‘ des Ortsjugendrings Plau am See e.V. übergeben hat. Die Bücher bleiben damit in der Bibliothek der AG unter dem Namen ‚Sammlung Dudlitz‘ als zusammenhängender Bestand erhalten und zeigen damit auch das breite Forschungsspektrum von Reinhard Dudlitz. Als Ingenieur für Baustofftechnologie forschte er nicht nur zu historischen Baustoffen und Herstellungsprozessen (Lehm, Kalk, Zement) sondern war fachkundiger Berater bei der Errichtung von Rennöfen zum Schmelzen von Raseneisenerz oder bei Feldbränden von Ziegeln in der Ziegelei Benzin. Auch kulturhistorische Themen wie Hausforschung oder Volkszählungen in Mecklenburg und der Prignitz waren sein Spezialgebiet. Zuletzt arbeitete er auch ehrenamtlich an einer digitalen Datenbank im ‚Arbeitskreis Volkszahl-Register‘ mit, in die handschriftliche Aufzeichnungen aus Volkszählungen im Herzogtum Mecklenburg zwischen 1693 bis 1864 eingepflegt werden und damit einer breiteren historischen Forschung zur Verfügung stehen. Den kulturhistorischen Reichtum einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, war sein großes Anliegen und kam u.a. auf der Web-Seite: ‚Kleks - das Kulturlandschaftswiki‘ zum Ausdruck, die er aktiv mitgestaltete. Mit Fahrrad und GPS-Gerät war er meist in unserer Region unterwegs und trug so akribisch und mit Fachwissen hinterlegt regionalhistorische Attraktionen in die Karte ein. Sein Wissen gab er aber auch gern bei unzähligen Vorträgen oder als Berater bei der Jugendbauhütte in Wismar weiter. Somit verlieren wir in Reinhard einen kulturhistorisch engagierten Menschen, dessen Antrieb als ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger nicht die ‚klassische Schatzsuche‘ zum Ruhme und materiellen Reichtum des eigenen Egos bestimmte, sondern das Finden kulturhistorischer Schätze um Sie einer breiten Öffentlichkeit selbstlos zugänglich zu machen. Ganz auch im ursprünglichen Sinne der Begründer des World-Wide-Web – einen (kosten)freien Zugang zum gespeicherten Wissen unserer Erde zu schaffen.

Hab vielen Dank Reinhard, Du wirst uns ein großes Vorbild bleiben!

 

Tom Küstner, Leiter AG ‚Junge Archäologen‘ Plau am See